
Nina, 34
Sachbearbeiterin Marketing & Verkauf · Schweizer KMU, Zulieferer Bauindustrie · Region Basel · 80 %
Ich kann das alles – ich kriege es nur nicht gesagt.
aktiv
Wer sie ist
Nina arbeitet seit Jahren zuverlässig im gleichen Betrieb. Sie ist die Person, die man fragt, wenn etwas unklar ist – und die im Bewerbungsgespräch trotzdem sagt: „Ich habe eigentlich nichts Besonderes gemacht.“
Was sie erlebt hat
Sie hat Abläufe übernommen, die vorher niemand wollte, neue Kolleginnen eingearbeitet und Fehler bemerkt, bevor sie teuer wurden. In keinem Zeugnis steht das so. Wenn sie es erzählen soll, klingt es klein.
Der Moment, der etwas verschoben hat
Beim Ausfüllen eines Bewerbungsformulars merkt sie: Nicht die Fähigkeit fehlt, sondern die Sprache dafür. Zum ersten Mal ist das Problem nicht sie – es ist die Beschreibung.
Wohin sie will
Sie will ihre Arbeit so benennen können, dass andere sie verstehen: mit Beispielen statt Bescheidenheit – und danach entscheiden, ob sie bleibt oder weitergeht.
Was in dieser Situation zum Erfolg führt
Aus der Praxis: was sich in vergleichbaren Begleitungen am stärksten ausgezahlt hat.
- 1Drei konkrete Arbeitsbeispiele mit Zahlen oder Wirkung festhalten, statt allgemeine Stärken aufzuzählen.
- 2Jede Aufgabe in einem Satz beschreiben, den auch eine fachfremde Person versteht.
- 3Relativierungen („eigentlich“, „nur“) bewusst streichen – im CV wie im Gespräch.
- 4Rückmeldungen von Kolleginnen einholen: Wofür kommen sie zu ihr? Das ist die Qualifikation.
So klingt das im Coaching
Originalton aus der Begleitung – kein Lehrbuch.
Womit das Gespräch oft beginnt
„Bevor wir über Bewerbungen reden: Erzähl mir den letzten Tag, an dem etwas dank dir nicht schiefgegangen ist.“
Die häufigste Stolperfalle
Sie erzählt Aufgaben statt Wirkung. Wer nur Aufgaben nennt, klingt austauschbar – und glaubt es irgendwann selbst.
Die Frage, die am meisten bewegt
„Wenn morgen jemand deine Stelle übernimmt: Was würde als Erstes nicht mehr funktionieren?“